Der Tageskommentar

20 * Z + L + M * 12
Zieh Leine, Merkel!

Impressum

Hier werden aktuelle Tagesereignisse kommentiert. Ich schreibe spontan und zu allem, zu dem ich meine, einen Kommentar abgeben zu müssen. Ältere Tageskommentare befinden sich im Archiv, das allerdings nur mittels Paßwort zugänglich ist.

Schwarzes Brett /Terminankündigungen

Besondere Links:

Empfohlene Bücher

Bernhard Bouviers "Chronologie des dritten Weltkriegs

Was passiert mit dem Schweizer Franken? - Ein Artikel von Christiane Durer.

Derzeit stehen keine Termine an.

Sie wollen mich unterstützen? Gerne!
(Ich bin mehrfach gefragt worden - hier bitte)

***** oder Spendenkonto: ***** 5501098287***** ING-DIBA ***** BLZ 50010517
* * * * * * * * * * * Swift (BIC):***** INGDDEFF* * * * * IBAN:*****DE46500105175501098287

Gold+Silber Kauf

Dieses Banner ist ein Service für meine Leser:
Ein Preisvergleich für Edelmetalle - und ein Hinweis auf Händler, die noch Ware anbieten
Da das Banner bei einigen Rechnern nicht angezeigt wird, hier der direkte Link.

5. Februar 2012

Ja, ja, Syrien ist böse, böse, böse - sagen die merkeldeutschen qualitätsfreien Medien. Ich bin mir jetzt sicher, daß dies ein Pleonasmus ist ("weißer Schimmel"). Furchtbare Bilder erreichen uns, die diese Medien aus dem Internet geholt haben. Wobei natürlich keiner weiß, ob das Syrien zeigt oder ein Krankenhaus in Gaza nach einem israelischen Angriff. So sind nun mal die Bilder aus dem Internet. Wenn gar nichts mehr geht, produziert eben Hollywood diese Bilder. Warum ich den Nachrichten keinen Glauben schenke? Immer, wenn in den letzten hundert Jahren die Wall Street Amerika in einen für die Banken profitablen Krieg drängen wollte, sind Nachrichten und Bilder von erschreckender Einseitigkeit produziert worden.

Wir kennen es zur Genüge, denn auch über uns, über Deutschland, wurden derartige Nachrichten und Bilder produziert. Nicht nur passend zu den Weltkriegen, sondern ein einem fort, nach 1945 noch intensiver als zuvor. Die Soldaten Saddam Husseins haben niemals kuwaitische Frühchen aus den Brutkästen gerissen, die afghanischen Taliban haben kein einziges Flugzeug ins World Trade Center geflogen, der Irak hat keine Massenvernichtungswaffen hergestellt. Trotzdem wurde genau das uns, ja der ganzen Welt eingeredet, um schließend echten Terror und echten Krieg zu entfesseln. Die Mehrzahl der Libyer hat bestens unter Gaddafi gelebt, die Revolution wurde von außen entfacht. Erst als die NATO-Flugzeuge bombardiert haben, hat das Morden in Libyen eingesetzt.

Syrien wird systematisch destabilisiert, und jene, die in München die größten Krokodilstränen darüber vergossen haben, daß dank Rußland und China keine UN-Resolution zustande gekommen ist, heizen die Unruhen im Land unablässig an. Syrische Kurden, ausgebildet in der Türkei, ermorden die Zivilisten. Syrische Kurden, eine kleine Minderheit, greift syrische Botschaften in anderen Ländern an. Es ist nicht das syrische Volk, das rebelliert, sondern es sind eingeschleuste Rebellen, ausgerüstet und finanziert aus dem Ausland. Das Spiel hat schon 1917 wunderbar funktioniert, um den Kommunismus in Rußland zu entfesseln. Geld der Wall Street hat Millionen Menschen das Leben gekostet. Geld der Wall Street hat die Gulags geschaffen, Geld der Wall Street hat Mao die Macht gebracht - und mindestens 70 Millionen Chinesen ausgelöscht.

Oh ja, wir wissen, wo das Epizentrum des Bösen sitzt. Wir wissen, warum die Welt nicht zur Ruhe kommt. Wir wissen, wer Al Qaida nach Syrien entsandt hat und wer Berufsrevolutionäre von den libyschen Schlachtfeldern nach Syrien einfliegt. Vor unseren Augen wird hier der nächste Konflikt inszeniert, und unsere Volldemokraten geben mal wieder die Aufziehmännchen, die unablässig US-Kriegsrhetorik nachplappern.

4. Februar 2012 - 1 US-Dollar = 1,488 Deutsche Mark - Gold: 2.584,87 DM - Rohöl: 144,51 DM

1 Dollar 1913 = 84,04 heutige Dollar - 1 Goldmark 1913 = 15,21 Euro

3100 Polizisten frieren, um ein paar Volldemokraten vor dem Volk beschützen. Das Volk hat 20 Demonstranten aufgeboten, die nach einer knappen Stunde genug von der Kälte hatten und sich wieder verkrümelten. Die Veranstaltung nennt sich Sicherheitskonferenz und dient der Vorbereitung des Atomkonflikts mit dem Iran. Spaß-Guido Westerwelle spricht von noch nie dagewesenen Sanktionen, wobei er natürlich nicht berücksichtigt, was damals US-Präsident Rosenfeld getan hat, um Japan zum Krieg aufzuhetzen. Von der Rhetorik sind wir ja bereits mitten im Atomkrieg, denn genau das drückt das Wort Atomkonflikt doch aus, das uns die qualitätsfreien Medien ständig servieren. Das bessere Wort wäre Atomstreit, da fallen noch keine Bomben.

Der Washington Post zufolge geht US-Verteidigungsminister Leon Panetta von einer starken Wahrscheinlichkeit aus, daß Israel den Iran im April, Mai oder Juni angreift. Anstatt daß sich diese verdammten Perser so wehrlos abschlachten lassen, wie das die israelische Armee im Gaza-Streifen gewohnt ist, kündigen sie doch glatt an, sich nicht nur verteidigen, sondern gar zurückschlagen zu wollen. Sowas aber auch... In deutschen Schulbüchern steht schließlich, daß ein Land, das sich wehrt, an dem Krieg schuld ist und anschließend in Versailles ausgeplündert werden darf. Oder an Überlebende der dritten bis siebten Generation Wiedergutmachung zu leisten hat. Der israelische Vize-Ministerpräsident Mosche Jaalon bezeichnete einen atomar bewaffneten Iran als Alptraum für die freie Welt, obwohl die Perser eine ganz andere Strategie verfolgen: die warten auf den Mahdi, um in seinem Gefolge zu gewinnen. Die Zionisten hingegen haben in den letzten Jahrzehnten ständig andere Länder angegriffen, vermutlich in der Hoffnung, so den Messias herbeizubombardieren. Für den Rest der Welt ist ein Staat, der erst Krieg führt, nachdem der Bote des Himmels erschienen ist, viel angenehmer als ein Staat, der solange Kriege führt, bis der Bote des Himmels erscheint.

Die Griechen, also die einfachen Leute, bereiten sich auf die Drachme vor. Sie gehen offenbar davon aus, daß die restliche Euro-Zone die Zerfallswährung behält und sie allein in die noch schneller abwertende Nationalwährung zurückkehren. Seit 2009 stecken die Griechen Bargeld unters Kopfkissen, in Schließfächer, Truhen und sonstige Behältnisse. Der dortige Finanzminister Venizelos spricht von fast 50 Milliarden, die seine Landsleute in die symbolischen Sparstrümpfe gesteckt haben. Alles in allem haben die Griechen durchaus recht, Geld gehört nun mal nicht auf die Bank. Nur sind sie mit ihrem Papier-Fetischismus auf halbem Weg stehen geblieben. Euros in Sparstrümpfen erwirtschaften weder Wertsteigerungen noch Zinsen. Gold und Silber in diesen Sparstrümpfen wären eindeutig besser, denn kommt die Drachme, wird der Euro nicht mehr lange überleben.

Unsere Miss Mißerfolg blitzt bei ihrer China-Reise ständig ab. Bürgerrechtler und kritische Zeitungen haben plötzlich Besseres zu tun, als sich mit der Kanzlerin zu treffen. Das ist im Prinzip zu verkraften, wenn sie Nachhilfe in Sachen Menschenrechte und Meinungsfreiheit benötigt, genügt es ja, Horst Mahler im BRD-Knast zu besuchen. Der kommt ihr nicht aus, den haben sie zu Hause bis zu seinem Lebensende eingebuchtet. Weniger schön ist, daß Merkel auch mit ihrer Betteltour abgeblitzt ist. Die Chinesen rücken keinen Cent heraus, um Europa vor seiner verrückten Währung zu retten. Warum auch? Wenn die europäische Wirtschaft ruiniert ist, können sie die Trümmer preiswert aufkaufen.

3. Februar 2012 - 1 US-Dollar = 1,488 Deutsche Mark - Gold: 2.614,67 DM - Rohöl: 143,67 DM

1 Dollar 1913 = 85,01 heutige Dollar - 1 Goldmark 1913 = 15,39 Euro

Ich weiß nicht mehr, bei welcher Fußball-Weltmeisterschaft man gesagt hat, daß die Zukunft dieses Sports in Afrika läge. Zumindest Nordafrika, genauer Ägypten, hat ein neues Konzept für eine dritte Halbzeit vorgestellt, das die sonst weitgehend passiven Zuschauer mit einbindet und so dem Bewegungsmangel abhilft. Ganz neu ist das Konzept allerdings nicht, es wurde bereits in Europa in ersten Ansätzen ausprobiert. Die Akteure der dritten Halbzeit sind durchwegs besser motiviert und einsatzfreudiger als die dank Millionengehälter träge gewordenen Kicker der ersten beiden Halbzeiten.

Die Frage ist nur, ob dieser spontan ausgebrochene Bürgerkrieg wirklich derart spontan und ohne äußere Einwirkung begonnen wurde. Die offizielle, in den merkeldeutschen qualitätsfreien Medien (Ist das ein Pleonasmus?) kolportierte Version, spricht von Mubarak-Anhängern aus Port Said, die sich an den Revoluzzern aus Kairo rächen wollten. Das wiederum zeigt, daß die Rumänen ein weises Volk sind: Chauchesku-Anhänger haben nie rebelliert. Dabei war das ein hochverdienter Mann, der uns Jahrzehnte klaubettelnde Sinti und Roma vom Hals gehalten hat. Aber das nur am Rande. Wenn Ägypter sich gegenseitig totschlagen, kann ich darin keinen Vorteil für Israel erkennen, deshalb sind die üblichen Verdächtigen CIA und Mossad vorerst außen vor. Wenn allerdings in Ägypten ausgerechnet dann ein offener Bürgerkrieg ausbricht, wenn Israel sich präventiv gegen die nicht vorhandenen iranischen Atombomben verteidigt, würde das die Vorfälle durchaus erklären.

Immerhin, das Thema Integration ist in der BRD vom Tisch. Hier wird nicht mehr integriert, es wird nicht einmal mehr darüber gesprochen. Unsere Bundeskanzlerin hat die Integration zur Chefsache erklärt, damit gilt in Zukunft: Merkel tacit, causa finita. Da die alten Römer an diesem Merksatz unschuldig sind, muß ich ihn selbst übersetzen, wobei ich mir da größere Freiheiten erlaube: Das Merkel schweigt, damit wird das Problem in Zukunft ausgesessen. Ich gebe zu, ich habe den Zeitpunkt gespickt: Das mit der Chefsache hat Merkel bei einer Zwischenlandung in Berlin von sich gegeben, als der Kanzlerairbus vom Euro-Rettungs-Kurzgipfel kommend für die Fernreise nach China aufgetankt worden ist. Liebe integrationsunwillige Zuwanderer, für Euch ergibt sich folgende gute Nachricht: Was eine Maria Böhmer nicht anpacken will, wird in Zukunft von Angela Merkel persönlich liegen gelassen.

2. Februar 2012 - 1 US-Dollar = 1,487 Deutsche Mark - Gold: 2.593,86 DM - Rohöl: 144,95 DM

1 Dollar 1913 = 84,42 heutige Dollar - 1 Goldmark 1913 = 15,26 Euro

Die Ergebnisse der PISA-Studien zeigen ihre Wirkung in der erwachsenen Bevölkerung. Die Union liegt in der jüngsten Forsa-Umfrage mit 36% klar vor der SPD mit 27%, und was noch bedenklicher ist: Sehr viele der Befragten trauen ausgerechnet den Verursachern zu, die Probleme des Landes zu lösen. 25% sehen die Kompetenz dazu bei der Union, 12% bei der SPD. Und im direkten Vergleich punkten weder Gabriel, noch Steinmeier, noch Steinbrück gegen Merkel. Das liegt bestimmt an den falschen Kandidaten, gegen Dr. Mabuse, Dracula oder Frankensteins Monster würde Merkel vermutlich den Kürzeren ziehen.

Daß die Grüninnen Probleme lösen könnten, glauben nur 3% der Befragten. Immerhin, 57%, die weniger durch das deutsche Schulsystem geschädigt worden sind, haben bereits eingesehen, daß bei unseren Volldemokraten Hopfen und Malz verloren ist, also niemand von denen die Lösung von Problemen zu erwarten braucht. Was macht Merkel aus diesen Zahlen? Die 57% fallen unter den Tisch, nur die 43%, die noch an die Politiker glauben, gehen zur Wahl. 25 von 43 ergeben eine satte Mehrheit von 58% Vertrauen in die Union.

Ja, das ist hier nur Zahlenspielerei, doch letztlich ist es genau diese Zahlenmagie, an der unsere sogenannte Demokratie krankt. Wer nicht wählt, ist daran schuld, daß die Versager weiterhin in den Parlamenten sitzen. Ich möchte Sie zu einem kleinen Gedankenexperiment einladen. Wir gehen zu einem gut frequentierten U-Bahnhof und sammeln dort willkürlich 500 Personen über 18 ein, die zudem gebürtige Deutsche sind. Wir bezahlen jedem von ihnen 250 Euro - das entspricht ungefähr dem, was unsere Damen und Herren Bundestagsabgeordneten für einen Tag einstreichen. Dafür setzen sich die Zufallspersonen den Tag über ins Parlament, bekommen den ESM-Vertrag zu lesen und stimmen am Abend darüber ab, ob Merkeldeutschland damit auf seine Finanzsouveränität verzichten soll. "Fachleute" und Politiker sind nicht zugelassen, die Probanden dürfen nur miteinander über das Papier diskutieren.

Was würde dabei herauskommen? Erstens, die Zufallsauswahl hat den ESM-Vertrag im Gegensatz zu den Abgeordneten tatsächlich durchgelesen. Zweitens, die Zufallsauswahl hat im Gegensatz zu den Abgeordneten ergebnisoffen über diesen Vertrag diskutiert. Drittens, im Gegensatz zu den Abgeordneten haben die Leute der Zufallsauswahl für ihre Stimmabgabe keine "hilfreichen Vorschläge" und "freundliche Zuwendungen" bekommen. Viertens, die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, daß die Zufallsauswahl den ESM mit großer Mehrheit ablehnt, während die gewählten Vertreter mit ebenso großer Mehrheit zustimmen. Und genau deshalb, zur Vermeidung des gesunden Menschenverstandes, gibt es bei uns Parteien und Berufspolitiker.

1. Februar 2012 - 1 US-Dollar = 1,495 Deutsche Mark - Gold: 2.598,57 DM - Rohöl: 147,16 DM

1 Dollar 1913 = 84,11 heutige Dollar - 1 Goldmark 1913 = 15,29 Euro

Wir haben eine Bildungsministerin, und sie heißt Anette Schavan. Sie, bzw. jene, die in diesem Ministerium tatsächlich arbeiten, haben sich eine neue Regelung einfallen lassen: der deutsche Handwerksmeister soll in Zukunft dem internationalen Pätscheler gleichgestellt werden. Die Fähigkeit, fachlich Meisterliches zu leisten, einen Betrieb zu führen und Lehrlinge auszubilden, traue ich einem akademischen Schmalspur-Absolventen nicht zu. Ganz einfach. Das Abitur konnten Schavans Unterlinge gleich gar nicht einordnen. Hätten wir tatsächlich eine gebildete Ministerin, so würde der Pätscheler dem Gesellen entsprechen, wobei ich ein bis zwei Jahre Berufspraxis zusätzlich bis zur völligen Gleichheit einsehe. Den Meister stelle ich mit dem Master gleich, also dem vollwertigen akademischen Abschluß. Damit hätten wir auf einen Schlag die laut OECD zu niedrige Zahl deutscher Akademiker beseitigt.

Der erste Monat im neuen Jahr ist zu Ende. Der DAX ist von 5.898 auf 6.459 gestiegen, also um 9,51%. Gold ist von 2.365,52 DM auf 2.598,57 DM gestiegen, also um 9,85%. Nur mal so für das Protokoll.

Der Gipfel in Brüssel war erfreulich kurz und unerfreulich nutzlos. Zwar hatten die Belgier versucht, das Politiker-Pack mittels Generalstreik fernzuhalten, die Damen und Herren Volksvertreter sind statt dessen auf einem Militärflugplatz gelandet und haben sich die letzten 40 Kilometer am Boden chauffieren lassen. Jetzt haben 25 EU-Länder einen Stabilitätspakt, bei dem Schuldenobergrenzen nicht in den Verfassungen, sondern nur in Landesgesetzen verankert sind. Automatische Sanktionen gibt es auch nicht, statt dessen kann das Land verklagt werden. Nun bin ich gespannt, was da noch nachkommt. Merkel hat sich verdächtig schnell nach China davongestohlen, was sie meistens macht, wenn die Gefahr besteht, daß sie regieren müßte.

Pranger 365 erhält die Weihen der Unsterblichkeit: Verdrängen

Pranger 366 ist da: Wachstum

Wachstum ist heutzutage Selbstzweck und Allheilmittel. Die Wirtschaft kränkelt? Wachstum! Die Steuereinnahmen sind zu gering? Wachstum! Die Staatsschulden sind zu hoch? Wachstum! Die Arbeitslosenzahlen steigen? Wachstum! Oh, wir wachsen gerne - nur muß dieses Wachstum auf ganz andere Weise stattfinden als bisher. Wie wäre es mit einer Acht-Stunden-Arbeitswoche?

31. Januar 2012 - 1 US-Dollar = 1,490 Deutsche Mark - Gold: 2.579,39 DM - Rohöl: 147,23 DM

1 Dollar 1913 = 83,74 heutige Dollar - 1 Goldmark 1913 = 15,18 Euro

Manuel Barroso, Generalsekretär des ZK der EUdSSR, hat das Zauberwort gefunden, das alle Probleme lösen wird: WACHSTUM! Falls Sie mit diesem Begriff wenig anfangen können, da gibt es eine Geschichte von einem Milchmädchen. Ein Name ist nicht überliefert, es könnte durchaus Angela heißen. Jedenfalls hat diese junge Dame alles richtig gemacht, gemäß der Ratschläge amerikanischer Erfolgsgurus. Sie hat sich voll auf ihr Ziel konzentriert, jegliche Zweifel ausgeschlossen und ein Musterbeispiel positiven Denkens abgeliefert. Ihr konsequenter Wachstumsplan ließ aus einem Krug Milch ein großes Landgut entstehen. Leider scheiterte der Plan an der Realität, die sich nicht an solche Wachstumspläne hält. Übrig geblieben ist ein zerbrochener Krug und verschüttete Milch.

Ein klassisches Wachstumsexperiment ist der sogenannte Kettenbrief. Sie wissen schon, Sie schicken 100 oder 500 Euro an eine unbekannte Adresse und erwerben damit das Recht, zwei weitere Deppen anzuwerben, die ebenfalls Geld an eine unbekannte Adresse schicken. Das funktioniert ganz gut, die unbekannte Adresse hat beste Chancen, Millionär zu werden. Dummerweise tritt schließlich ein Wachstumsproblem ein, weil sich kaum noch Deppen finden, die bereit sind, da mitzuspielen. Dieses Wachstumsproblem tritt zuverlässig dann ein, wenn SIE zur unbekannten Adresse aufgerückt sind, die Geld bekommen sollte.

Bei der EU sieht der Kettenbrief ein wenig anders aus. Angenommen, ich habe Ihnen 2011 ein Auto verkauft. Um zu wachsen muß ich Ihnen dieses Jahr zwei Autos verkaufen, weil Sie mit anderthalb Autos nichts anfangen können. Da ich ein netter Kerl bin, sind Sie durchaus hilfsbereit, nur die Spielverderber von der Bank ziehen nicht mit. Die sagen Ihnen, Sie hätten an dem ersten Autokredit genug zu knabbern, folglich sei die Bank nicht bereit, Ihnen zwei weitere, völlig überflüssige Autos zu finanzieren. Dank dieser blöden Bank kann ich Ihnen folglich auch keine vier neue Energiespar-Kühlschränke und nicht mal die dritte Waschmaschine verkaufen.

Also, lieber Manuel, liebes Milchmädchen: Man kann tatsächlich eine Eichel in die Erde stecken und dann hundert Jahre zuschauen, wie daraus etwas wächst. Doch nicht einmal dieser kooperationsbereite Baum wird in den Himmel wachsen. Die Verbraucher, gelegentlich Kunden genannt, haben bereits sehr viel von allem angeschafft, da gibt es kaum noch Bedarf. Sie haben sich das Geld dafür oft genug geliehen, diese Schulden haben sich angehäuft. Nicht nur in Europa, sondern auf der ganzen Welt. Dank Eures doofen Euros haben die Sparguthaben der Kunden an Wert verloren. Deshalb wird das mit dem Wachstum nichts werden. Das ist wie mit einer Eiche: Wenn sie lange genug gewachsen ist, bricht sie unter ihrem eigenen Gewicht zusammen. So, wie die EUdSSR.

30. Januar 2012

Ein Rollkommando aus Polizei und Staatsanwalt verschafft sich Zutritt zum Bundespräsidialamt, durchsucht Büros und stellt Computerdateien sicher. Der Grund war der Verdacht der Bestechlichkeit, wohlwollende Unterstützung für eine Firma aus Landesmitteln, gegen Gratisurlaube. Obwohl es sich verdächtig nach Bundespräsident anhört, ging es um einen Herrn Glaeseker, dem langjährigen Vertrauten dieses Bundespräsidenten. Herrn Wulffs Gratisurlaube sind natürlich allesamt legal. Herr Glaeseker war politischer Beamter, deshalb darf er nichts annehmen, weder vorher noch nachher. Herr Wulff hingegen war Abgeordneter, da gelten andere Regeln. Wenn ein Abgeordneter erst fördert und dann Gegenleistungen erhält, ist das völlig legal. Nur umgekehrt, wenn er vorher kassiert, wäre es Bestechung. Und das hat Herr Wulff ja nicht getan. Ja, wenn es um den eigenen Vorteil geht, sind die Damen und Herren Abgeordneten gar nicht so dumm mit ihren Gesetzen.

Ja, die Zeit rast dahin... Wir hatten tatsächlich sechs Wochen keinen Euro-Rettungsgipfel. So richtig hat man das nicht gemerkt, weil die ganzen Schmarotzer und Bittsteller nach Berlin eingefallen sind, Sarkozy, Monti, Lagarde... Sie kommen alle, um Geld abzuholen, von dem allenfalls Merkel und Schäuble glauben, daß wir es hätten.

Es ist der Schweiß, es ist das Blut deutscher Arbeitnehmer, das uns das Ausland abnehmen will, weil es leichter ist, diese Entbehrungen Deutschen aufzuerlegen als den eigenen Völkern. Wettbewerbsfähigkeit nennt man heute, was bei Karl Marx noch Ausbeutung genannt wurde. Anders als damals sind es nicht die bösen Kapitalisten, die Vernichtung durch Arbeit praktizieren, sondern deren Kettenhunde, die angestellten Manager. Nicht die Kapitalisten, die Aktionäre profitieren, sondern jene Kaste, die sich ihre Gehälter selbst gegenseitig genehmigt, die Funktionäre. Die Ausbeuter-Funktionäre sitzen ebenso in den Parteien und in den Behörden, denn auch das, was sich Staat nennt, saugt das Blut der Arbeiter in sich hinein.

Es gibt einen schönen Vergleich: der Imker, der den Bienen den wertvollen Honig wegnimmt und ihn durch billiges Zuckerwasser ersetzt. Es gab einmal den Honig für alle, gerechten Lohn und Wohlstand, doch heute gibt es statt dessen Leiharbeit und Hartz IV. Wir haben heute einen schlimmeren Obrigkeitsstaat, eine gespaltenere Gesellschaft als vor hundert Jahren. Das Kaiserreich war, so wie die alte BRD, ein Zug, in dem alle vorangekommen sind, ob erster Klasse oder Holzklasse. Merkeldeutschland ist das nicht mehr, da sitzen nur die Reichen im Zug, zudem jene, die noch privilegiert sind, die erste und zweite Klasse. Die dritte, die Holzklasse, ist längst abgehängt, bleibt im Bahnhof zurück, nachdem sie den Zug mit Kohle und Wasser versorgt hat.

Wir haben nichts zu verlieren als unsere Ketten - noch spüren viele die Ketten nicht, doch das wird sich bald ändern. Der bevorstehende Gipfel wird wieder einmal alle Erwartungen erfüllen: Viel Brimborium, ein paar nette Photos, doch keine Lösungen, keine Fortschritte, ja nicht einmal neue Ideen. Was sich dort trifft, ist Teil des Problems und deshalb nicht im geringsten an einer Lösung interessiert.

Wo sind die alten Kommentare geblieben? Im geschützten Archiv natürlich!

Aber das ist nur noch mit Paßwort zugänglich - dank eines lästigen Denunzianten.



Mein neuestes Buch - für 18,- Euro in Ihrer Buchhandlung

ISBN 9-783839-169254

Sie wollen es signiert und mit Widmung?

© MichaelWinkler

Meine
Bücherliste


Hauptseite / Der aktuelle Pranger